Gebühren für den Erbschein

Angabe des Nachlasswerts im Erbscheinsverfahren

– Erbschein und Gebühren –

Beantragt man nach einem Erbfall einen Erbschein, ist es erforderlich, Angaben zum Nachlasswert zu machen. Auf Grundlage der Wertangaben berechnet das Nachlassgericht dann die Gebühren für die Erteilung des Erbscheins. Je Höher der angegebene Wert, desto höher fällt die Gebühr aus. So mancher Erbe ist daher versucht, einen geringeren als den tatsächlichen Nachlasswert anzugeben, um Gebühren zu sparen.

In Zeiten der zunehmenden Behördenvernetzung kann man allerdings nur davor warnen, wissentlich einen untersetzten nachlasswert anzugeben. Das Nachlassgericht ist bei der Gebührenberechnung nicht darauf beschränkt, die Angaben des oder der Erben zu verwerten. Die Nachlassgerichte können auch bei dem Erbschaftsteuerfinanzamt um Auskunft ersuchen.  Das Steuergeheimnis gilt insoweit nicht (§ 40 Abs. 6 GNotKG). Das Bundesland Bayern hat für diese Auskunftsersuchen bereits einen einheitlichen Vordruck entwickelt. Insoweit gilt also der alte Grundsatz: „Ehrlich währt am längsten.“